Open Knowledge

ABC der Offenheit

Was ist offenes Wissen?

Allgemein lässt sich offenes oder freies Wissen als alternativer Umgang mit Urheberrechten beschreiben. Wissen umfasst dabei sowohl Inhalte wie Bücher, Filme oder Musik, aber auch Daten und Informationen.

Offenes Wissen steht unter freien Lizenzen und bildet somit einen Mittelweg zwischen dem klassischen, strengen Urheberrecht und alles zulassenden gemeinfreien Inhalten bzw. Informationen.
Von ersterem unterscheidet es sich, indem es den Zugang zu Wissen öffnet, von zweiterem indem es klare Regeln für die Bearbeitung und Nutzung aufstellt und somit Missbrauch erschwert.

Vorteile

Bildung und Wissen sind zentrale Pfeiler funktionierender Demokratien und moderner Informationsgesellschaften. In der digitalen Gesellschaft wird Wissen auf eine neue Art und Weise angeeignet und weitergegeben. Eine Gesellschaft, die sich als Wissensgesellschaft versteht, ist daher gut beraten, wenn sie die Prozesse des Wissenstransfers konsequent öffnet und dabei möglichst viele Menschen involviert.

Freies Wissen trägt dazu bei, den Zugang zu Wissen zu verbessern, indem es nicht mehr auf bestimmte, unter Umständen privilegierte Bevölkerungsgruppen beschränkt ist. Insbesondere kann es im Internet orts- und zeitungebunden zur Verfügung gestellt werden.

Freies Wissen ist aber deutlich mehr, als nur die Möglichkeit kostenlos auf bestimmte Inhalte zugreifen zu können. Denn es ermöglicht vor allem neue Formen der kollaborativen Wissenserstellung und -weiterentwicklung.

Beispiele:

Wikipedia

Das weltweit bekannteste und erfolgreichste Projekt freien Wissens ist die Online Enzyklopädie Wikipedia: Die Inhalte stehen unter einer freien Lizenz und sind also freies Wissen. Leserinnen und Leser dürfen die Inhalte weiterverwenden. Dazu müssen sie niemanden um Erlaubnis bitten und nirgendwo Lizenzgebühren zahlen. Sie dürfen Artikel beispielsweise ausdrucken oder eine Artikel-Sammlung machen und ins Internet stellen.

Dabei müssen sie sich allerdings an Regeln halten: 1. Sie müssen angeben, woher der Inhalt stammt und 2. die Standardlizenz der Wikipedia angeben. Das ist eine Creative Commons Lizenz, die eine Nutzung unter Namensnennung und eine Weitergabe unter gleichen Bedingungen erlaubt (CC BY-SA).

Freie Lehr- und Lernmaterialien

in weiteres Beispiel sind freie Lehr und Lernmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER genannt). Das sind Bildungsmaterialien, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht sind, um die Teilhabe und Mitarbeit durch alle Lehrenden und Lernenden zu ermöglichen und so wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis zu setzen.
Offene Bildungsinhalte reichen von Textbüchern über Curricula, Lehrpläne, Vorlesungsnotizen, Aufgaben, Tests, Projekte bis hin zu Audio und Videomaterial.

 

Weitere Organisationen in Österreich:

 


Redaktion: Michael Bauer, Claudia Garád, Karl-Heinz Leitner, Thomas Lohninger, Brigitte Lutz, Bernhard Haslhofer, Stefan Pawel, Sylvia Petrovic-Meyer, Magdalena Reiter, Georg Russegger, Michela Vignoli (Text unter CC BY-SA 3.0 AT)