Open Government

ABC der Offenheit

Was ist Open Government?

Open Government steht für die Öffnung von Politik und Verwaltung in Richtung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Kunst und Kultur.

Dabei sind drei Ziele im Fokus: Transparenz, Partizipation und Kollaboration. Diese Ziele sollen erreicht werden, um einen höheren Grad an Innovation und eine Stärkung der gemeinschaftlichen Belange in einer Kommune zu ermöglichen.

Vorteile

Transparenz

Transparenz stärkt einerseits das Pflichtbewusstsein der handelnden Akteurinnen und Akteure und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Andererseits liefert sie Bürgerinnen und Bürgern Informationen darüber, was ihre Regierung und ihre Verwaltung derzeit machen, wodurch Entscheidungen besser nachvollziehbar werden.

Die freie Verfügbarkeit von offenen Regierungs- und Verwaltungsdaten (Open Government Data) ist eine wesentliche Grundlage für Transparenz. Sie wird durch das Recht auf Informationen und Daten der öffentlichen Hand (Informationsfreiheitsgesetz) grundsätzlich erwartet.

Partizipation

Partizipation verstärkt die Effektivität von Regierung und Verwaltung und verbessert die Qualität ihrer Entscheidungen, indem das weit verstreute Wissen der Gesellschaft in die Entscheidungsfindung mit eingebunden wird. Dabei wird stark auf die Möglichkeiten der Onlinepartizipation gesetzt. Teilhabe muss aber natürlich auch auf analogen Wegen ermöglicht werden, um bestimmte Bevölkerungsgruppen nicht zu bevorteilen oder auszuschließen.

Kollaboration

Kollaboration und andere Formen der intensiven Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung, der Politik und der Verwaltung können richtig angewandt das Gemeinwohl einer Kommune verbessern. Denn durch Open Government rücken die Bürgerinnen und Bürger stärker in den Fokus des politischen und administrativen Handelns und gute Ideen und Verbesserungsvorschläge können von Bürgerinnen und Bürgern direkt an die Verwaltung und Politik kommuniziert werden.

Was ist zu beachten?

Kommunikation auf Augenhöhe

Politik und Verwaltung müssen auf Augenhöhe mit ihren Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren. Gerade für Organisationen, die aus Expertinnen und Experten bestehen (wie den Fachabteilungen einer Verwaltung), kann es zwar manchmal schwer sein, die Ideen und Vorschläge von Laien und Fachfremden neutral aufzunehmen. Aber gerade der neue Blickwinkel und anderes Expertenwissen kann zu neuen und kreativen Ansätzen führen.

Offene Prozesse gestalten

Partizipationsplattformen sind ein zeitgemäßes Mittel, um kreative Ideen und Überlegungen zu sammeln, die mit den Ideengeberinnen und Ideengebern weiter bearbeitet und mit internen Expertinnen und Experten diskutiert werden. Je nach Problemstellung sollten solche Tools aber mit Offline-Prozesselementen kombiniert werden. Das kann in Form von Workshops, Barcamps, Interviews oder anderen Formen des direkten Kontakts geschehen.

Eine Faustregel sollte man dabei auf allen Seiten beachten: Partizipation funktioniert dann gut, wenn hohe Betroffenheit, aber geringe Emotionalisierung zusammentreffen.

Minderheiten und leise Massen mitdenken

Die politische Willensbildung darf sich allerdings nicht alleine auf die Ergebnisse eines Partizipationsprozesses verlassen. Denn politischer Aktivismus und digitale Teilhabe werden nicht von allen Bevölkerungsteilen gleich aktiv aufgegriffen. Hier müssen Maßnahmen zum Gegensteuern eingeplant werden, beispielsweise das Bilden von repräsentativen Stichproben. Besonders gehören zudem jene Positionen mitgedacht, die Menschen einnehmen, die kein effektives oder ein zu leises Sprachrohr nach außen besitzen.

Fehler gehören dazu 

Wenn Prozesse sichtbar und transparent werden, kann man beobachten, wieviele Sackgassen und Fehler am Weg liegen. Das gehört dazu! Denn um Innovation anzukurbeln, ist es notwendig auszuprobieren und eben auch zu scheitern. In Politik und Verwaltung müssen wir allerdings erst lernen, solche Prozesse als positiv zu werten. Wichtig dabei ist, wieder von allen Seiten anzuerkennen, dass nicht die Vermeidung von Fehlern, sondern das Lernen aus ihnen eine hohe Priorität haben muss.

Beispiele

 

Organisationen in Österreich:

  • Organisation für offene Daten, freies Wissen, Transparenz und Beteiligung: okfn.at
  • Verein steht für Open Society, Open Government und Open Data: open3.at
  • Initiative der Stadt Linz: opencommons.linz.at
  • Plattform für eine offene Stadt Wien: open.wien.gv.at

 


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Redaktion: Michael Bauer, Claudia Garád, Karl-Heinz Leitner, Thomas Lohninger, Brigitte Lutz, Bernhard Haslhofer, Stefan Pawel, Sylvia Petrovic-Meyer, Magdalena Reiter, Georg Russegger, Michela Vignoli (Text unter CC BY-SA 3.0 AT)