Glossar

ABC der Offenheit

Bearbeitung

Bearbeitung heißt, ein Werk oder Teile dieses Werks so zu verändern, dass ein neues Werk entsteht. Das kann zum Beispiel ein Remix oder Mashup sein.

 

Creative Commons

Creative Commons sind Lizenzen, die aus unterschiedlichen Bausteinen kombiniert werden, um das Urheberrecht an die eigenen Bedürfnisse zu adaptieren und stufenweise abzumildern. Auf diese Weise kann man freie und offene Inhalte genieren.
Siehe auch Offene Lizenzen

 

Credit geben (Namensnennung)

Credit geben heißt, dass klar gezeigt wird, von wem ein Werk geschaffen wurde. Das macht man am einfachsten, indem man angibt, wer eine Arbeit gemacht hat, auf die sich ein Werk bezieht. Im Idealfall wird auch angegeben, auf welcher Website man das „Original“ finden kann. Bei Creative-Commons-Lizenzen ist das Standard, denn aufgrund der Tatsache, dass eine Kopie oder ein Derivat eines Werkes günstig oder sogar gratis erhältlich ist, bekommen die ursprünglichen Urheberinnen und Urheber nicht direkt Geld aus den Vertrieb durch Dritte. Die Künstlerinnen und Künstler können jedoch durch Mundpropaganda im Internet ihren Bekanntheitsgrad steigern und so mehr oder bessere Arbeitsangebote bekommen. Auch im privaten Bereich ist das Credit geben eine wertvolle Weise, den Schaffenden unsere Anerkennung zu zeigen.

 

Frei

„Eine Ressource ist frei, wenn (1) man sie ohne Erlaubnis nutzen kann; oder (2) die Erlaubnis, sie zu nutzen, neutral vergeben wird.“ — Lawrence Lessig

 

Gemeinfrei

Es gibt Fälle, in denen ein Werk keinem Urheberrecht unterliegt. Das passiert zum Beispiel, wenn die Werke schon so alt sind und die Urheberinnen oder Urheber bereits vor langer Zeit gestorben sind, oder aber auch wenn niemals klar war, wer die Urheberinnen oder Urheber eigentlich sind. Alle diese Werke sind gemeinfrei und können frei und offen genutzt werden.

 

Gemeingüter / Commons / Allmende

Mit den Begriffen Commons oder Allmenden sind Gemeingüter gemeint. Das beinhaltet jenes Wissen, jene Dinge oder Inhalte, die von allen Menschen frei genützt werden können.

 

Kommerzielle Verwendung

Auch die kommerzielle Verwendung — also dass man mit einem Werk Geld verdienen kann — kann durch die Urheber oder den Urheber erlaubt werden. Beispielsweise kann man eine Creative-Commons-Lizenz verwenden, die nicht das non-commercial-Element enthält.

 

Lizenz

Eine Lizenz legt im Allgemeinen fest, was für Handlungen in einem bestimmten Kontext erlaubt sind, die andernfalls nicht zulässig wären. Z. B. definieren urheberrechtliche Lizenzen, was nebst den Bestimmungen des Urheberrechts mit bestimmten Werken getan werden darf.

 

Maschinenlesbarkeit

Maschinenlesbar sind jene Inhalte oder Daten, die nicht nur von Menschen, sondern auch von Maschinen gelesen werden können. Wichtig ist das besonders bei großen Datensätzen oder Datensammlungen. Wenn man Daten maschinenlesbar machen möchte, bedeutet das zum Beispiel, dass eine Tabelle mit statistischen Daten nicht als PDF abgespeichert wird, sondern als CVS. Ein interessierter Dritter kann diese Daten dann viel leichter in seinen kreativen Prozess integrieren und damit etwas Neues schaffen, denn der Computer hilft ihm dabei, die für ihn relevanten Daten zu suchen. Bei einem PDF wäre er dahingegen erst Stunden damit beschäftigt den Inhalt (die statistischen Daten) aus der Datei zu extrahieren.

 

Mashup

Ein Mashup ist eine neue Verbindung oder Kombination aus bereits bestehenden Inhalten. Die Technik ist in unterschiedlichen künstlerischen und kreativen Bereichen verbreitet, beispielsweise in der Musik (z. B. Sampling), Grafik und Fotografie (z. B. Collage), oder in der Bildhauerei und im Design (z. B. Bricolage).

 

Metadaten

Metadaten beinhalten Informationen über andere Daten, sie sind aber nicht die Daten selbst, sondern nur deren Beschreibung oder Erweiterung. Weil Metadaten ganz besonders für große Datensätze oder Datensammlungen wichtig sind, sind sie maschinenlesbar und es gibt Standards für verschiedenen Einsatzbereiche. Beispiele für Metadaten sind Angaben zu Autorinnen und Autoren, Datum der Veröffentlichung, ISBN, Dateiname oder das Datum der letzten Änderung.

 

Offen / Open

Die Bezeichnung kommt von Open Source und wurde für Software eingeführt, deren Quelltext lesbar und somit für alle zugänglich ist. Nachdem das Konzept auch auf andere Lebensbereiche übertragen wurde, bezeichnet der Begriff open nun alle realen und digitalen Informationen und Produkte, die über entsprechende Lizenzen (siehe Creative Commons) kopiert, verändert und weiterverbreitet werden können.

 

Offene Formate

Insbesondere bei Rohdaten (Zahlen, Statistiken, Tabellen, Messwerte) ist Maschinenlesbarkeit eine wichtige Eigenschaft für ihre Wiederverwendbarkeit. Wenn Informationen nicht nur von Menschen konsumiert werden sollen, sondern zum Beispiel auch automatisiert ausgewertet, aggregiert oder auffindbar gemacht werden sollen, muss auf die Maschinenlesbarkeit acht gegeben werden. Praktisch stellt man dies mittels offener Formate her, denn sie folgen dem Open-Source-Prinzip.

 

Offene Lizenz

Laut der Open Definition müssen offene Inhalte ausnahmslos für alle frei zugänglich, benutzbar, sowie von allen frei modifiziert und geteilt werden können. Offene Lizenzen sollten diesen Kriterien entsprechen, wobei es verschiedene Abstufungen gibt. Folgende Lizenzen entsprechen der Open Definition: Sowohl die Lizenz Creative Commons Attribution als auch die Lizenz Creative Commons Attribution Share-Alike räumen Werknutzerinnen und Werknutzer das Recht ein ein Werk zu teilen, zu verändern oder zu verwerten. Bei der Lizenz Creative Commons No Rights Reserved verzichtet die Urheberin oder der Urheber gänzlich auf jegliche Rechte in Bezug auf das Werk. Letztere ist somit die offenste CC-Lizenz.

 

Panoramafreiheit

Die Panoramafreiheit (auch Straßenbildfreiheit) ist eine in vielen Rechtsordnungen der Welt vorgesehene Einschränkung des Urheberrechts, die es allen ermöglicht, geschützte Werke, z. B. Gebäude oder Kunst im öffentlichen Raum bildlich wiederzugeben, ohne dass die Urheberin oder der Urheber des entsprechenden Werkes um Erlaubnis gebeten werden muss. Das betrifft sowohl das Anfertigen einer Fotografie als auch deren Verwertung. Zwar gibt es in vielen Staaten der Welt eine Regelung der Panoramafreiheit, jedoch unterscheiden sich die Vorschriften in ihrem Umfang teilweise erheblich.

 

Public Domain

Der Rechtsbegriff Public Domain steht im angelsächsischen Recht für frei von Urheber_innenrechten. Die Bedeutung englischer Begriffe wie Copyright und Public Domain kann nicht ohne weiteres auf die deutschen Begriffe Urheberrecht und Gemeinfreiheit übertragen werden.

 

Remix

Ein Remix ist ein Werk, das auf einem bereits bestehenden Werk oder Teilen davon basiert. Im Gegensatz zum Remake ist es keine Neuinterpretation, sondern eine eigenständige Neuschöpfung, wobei das ursprüngliche Werk meist noch deutlich sichtbar bleibt.
rechtaufremix.org

 

Share Alike

Eine sehr einfache Möglichkeit, ein Werk frei und offen zu halten, ist es mit einer Share-Alike-Lizenz zu versehen (z. B. CC-BY-SA, siehe Offene Lizenzen). Das heißt, andere, die dieses Werk für jeglichen Zweck nützen oder ändern, müssen es ebenso immer wieder frei und offen halten.

 

Urheberrecht

Das Urheberrecht ist ein Schutz für Autorinnen, Autoren und ihre Werke. Es entsteht automatisch und braucht nicht angemeldet zu werden. Niemand anderes darf das Werk dann einfach kopieren, verändern oder weiterverbreiten ohne die Erlaubnis der Urheberinnen und Urheber. Wenn man sein eigenes Urheberrecht öffnen möchte, kann man zum Beispiel Creative-Commons-Lizenzen nützen.

 


Redaktion: Michael Bauer, Claudia Garád, Karl-Heinz Leitner, Thomas Lohninger, Brigitte Lutz, Bernhard Haslhofer, Stefan Pawel, Sylvia Petrovic-Meyer, Magdalena Reiter, Georg Russegger, Michela Vignoli (Text unter CC BY-SA 3.0 AT)