Interview: Daniel Erlacher

gemeinfrei

Mitgründer Elevate Festival (Graz)

Seit über zehn Jahren widmet sich das Elevate Festival in Graz der Auseinandersetzung mit relevanten gesellschaftlichen Fragestellungen unserer Zeit. Jedes Jahr kommen Expert*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen verschiedenster Disziplinen aus aller Welt zu einem Ideen- und Meinungsaustausch zusammen, um komplexe Probleme zu analysieren, globale Lösungsansätze vorzuschlagen und öffentlich zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen Stellung zu nehmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Vision einer lebenswerten Zukunft in einer globalen Gemeinschaft, die auf Teilhabe und ideologie-, grenz- und generationenüberschreitendem Dialog aufbaut.

Wikimedia ist dabei eine der Partnerinnen der ersten Stunde, Jimmy Wales bereits beim allerersten Festival 2005 zu Gast und Wikimedia Österreich arbeitet seit 2013 regelmäßig mit dem Festival-Team zusammen – wir co-kuratieren Panels zu Aktivismus in Europa oder organisieren eigene Workshops zu Art+Feminism oder offenen Daten.

Was macht Wikimedia Österreich dabei zu einer guten Verbündeten für eure Arbeit?

Ganz prinzipiell: Ich denke wir teilen einen Großteil an Werten, die beiden Organisationen wichtig sind. Das Elevate Festival hat nicht ohne Grund schon 2005 WikiPedia ins Zentrum des festivals gerückt. Die Themen rund um Freies Wissen, Technologie, Medien und Gesellschaftspolitik ziehen sich wie ein roter Faden durch bald 15 Jahre Festivalgeschichte. Ich finde es beeindruckend und unterstützenswert wie Wikimedia Österreich in den letzten Jahren sein Engagement auf zentrale Themen wie z.B. EU Advocacy sowie Diversität und Inklusion ausgeweitet hat und freue mich auf weitere spannende gemeinsame Projekte in diesen Bereichen.“

Welche Rolle spielt aus deiner Sicht Freies Wissen in unserer Gesellschaft – heute und in Zukunft?

Absolut zentral wichtig – ebenso wie die Technologie selbst. Wichtiger sogar. Freies Wissen ist ja auch verwandt mit Freiem Code, Freier Software. Meines Erachtens nach ganz zentrale – und vor allem nachhaltige – Bausteine für eine egalitärere und gerechtere Zukunft.

Vielen Leser*innen der Wikipedia ist nicht bewusst, dass es hinter der Webseite eine Community aus Autor*innen, Fotograf*innen und Coder*innen gibt oder Wikimedia-Vereine, die diese in ihrer Arbeit unterstützen. Wie würdest du diesen Leuten die Community und die Zusammenarbeit mit ihr in wenigen Worten beschreiben?

Sie kennen das Rote Kreuz? Die Freiwillige Feuerwehr? Die Wikimedia Community ist zwar physisch nicht so offensichtlich im Bürger*innenkontakt wie Rettung und Feuerwehr, aber auch dort arbeiten tausende Menschen freiwillig an etwas mit, das für unsere Gesellschaft sehr zentral ist: Bildung und Wissen. Wobei die Community durchaus beide Funktionen einnehmen kann. Rettung UND Feuerwehr.